IMG_0113-001Bereits zum zweiten Mal hatte ich zu den Helmstedter Gesprächen eingeladen, eine Veranstaltungsreihe, mit der ich Impulse für wirtschaftliche, kulturelle und bildungspolitische Entwicklungen setzen möchte.

Wieder konnte ich Fachleute aus Niedersachsen nach Helmstedt gewinnen, diesmal kamen die Initiatoren und Unterstützer der Trägerarbeitsgemeinschaft der Kitas in Cuxhaven. Hier bündelt die Arbeitsgemeinschaft bereits seit 1987 die Ressourcen von 24 Kindertagestätten, Krippen und Sprachheilkindergärten, um sich in Zeiten knapper Finanzen und angesichts einer ungünstigen demographischen Entwicklung fit zu machen für die Zukunft.

Und das erfolgreich: So berichtete Uwe Santjer (MdL), der das Projekt von Anfang an begleitet: „Synergien zu schaffen war unsere Absicht, und das ist gelungen. Gemeinsam können wir hochqualifizierte Logopäden, Motopäden und Fachberater beschäftigen, die allen Kitas im Wechsel zur Verfügung stehen. So haben alle Kinder die bestmögliche Betreuung – für eine Kita allein ist das kaum zu machen.“

Ute Gerlach, Leiterin des Jugendamtes der Stadt Cuxhaven, ergänzt, dass die deutlich gesteigerte Betreuungsqualität in Cuxhaven beispielsweise dazu führe, dass in der Grundschule kaum noch Sprachförderung nötig sei. Die dadurch freiwerdenden finanziellen Mittel investiere man in zusätzliches Fachpersonal. Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Joachim Büchsenschütz, betont aber: „Uns steht genauso viel Geld zur Verfügung wie allen Trägern in Niedersachsen. Wir haben durch unser Zusammengehen aber viel mehr Möglichkeiten, beispielsweise haben wir einen gemeinsamen Personalpool für Vertretungskräfte; das Problem der vielen Vertretungen gibt es bei uns selten.“

Dabei hat kein Träger seine Hoheit in finanziellen oder Personalfragen aufgeben müssen; das sei rechtlich auch nicht machbar, so Frau Helle Vanini, die Vorsitzende der Trägerarbeitsgemeinschaft. Die Basis sei, die Zusammenarbeit zu ermöglichen, um gemeinsam mehr an Ressourcen zu haben, als die Summe der einzelnen Kitas hergebe. Dass dies möglich sei, beweise man in der Stadt Cuxhaven seit mehr als 25 Jahren. Einen der niedrigsten Krankenstände bei Erzieherinnen bundesweit führt sie als Beleg für das Funktionieren des Konzeptes an, ebenso wie das Konzept der Inklusion: Behinderte Kinder besuchen alle Kitas in Cuxhaven, spezielle Förderkindergärten gibt es hier nicht mehr – sie sind überflüssig.

Ich rief am Ende der Vorstellung des Konzeptes und der daran anschließenden regen Diskussion mit den mehr als 60 anwesenden interessierten Besuchern, vor allem aus dem Bereich der Kitas, dazu auf, das Modell Cuxhaven genau zu studieren und zu überlegen, ob es in Teilaspekten oder vielleicht auch in Gänze auf Helmstedt und die Gemeinden des Landkreises zu übertragen sei.

Ich bin gespannt auf das Echo dieses Abends!

Foto: v.l.n.r. Helle Vanini, Vorsitzende der Trägerarbeitsgemeinschaft, Uwe Santjer (MdL), Uwe Strümpel, Ute Gerlach, Jugendamtsleiterin Stadt Cuxhaven, Joachim Büchsenschütz, Geschäftsführer Trägerarbeitsgemeinschaft

Trägerverbund Kitas: Die Kinder stehen im Mittelpunkt

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