IMG_0252Im Festsaal des AWO-Psychatriezentrums in Königslutter waren nur noch wenige Plätze frei, als am Dienstagabend die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt auf meine Einladung zu Gast war. Sie begann ihren ca. dreiviertelstündigen Vortrag mit dem großen Thema der Flüchtlingsfrage; sie berichtete hierzu von der Sondersitzung des Landtages zu diesem Anlass und der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Stephan Weil. Dieser habe deutlich gemacht, dass Niedersachsen alle Kräfte bündeln werde, um die Herausforderungen zu bewältigen. Angesichts des gewaltigen Anstiegs der Flüchtlingszahlen sei vor allem die Frage der Unterbringung dringlich. Hier habe das Land als eine Maßnahme bereits eine Aufstockung der Mittel für den sozialen Wohnungsbau um 400 Millionen Euro beschlossen, was die bisherige Planung um das Zehnfache übersteige. Die Aufnahme der Flüchtlinge sei indes nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit; vielmehr biete sich hier eine Chance, der schlechten demografischen Entwicklung in Deutschland entgegenzuwirken. Dies müsse allerdings durch gute Planung und geeignete Integrationsmaßnahmen unterstützt werden.

Ein weiteres Anliegen der Ministerin war insbesondere die Armutsbekämpfung bei Kindern. Angesichts der Tastsache, dass in Niedersachsen jedes fünfte Kind als armutsgefährdet gelte, sei diese auch in einem reichen Land wie Deutschland immer noch eine der wichtigsten Aufgaben. Weitere Punkte des Vortrags waren die Familienpolitik, altersgerechtes Wohnen und Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegepersonal.

Bereits am Nachmittag hatten wir das Café Fröhlich der Lebenshilfe in Helmstedt besucht und uns über das dortige Integrationsprojekt informiert – vielen Dank an den Vorsitzenden Jörg Reuter, Geschäftsführer Bernd Schauder und Hartmut Neumann, den Projektleiter. Hierzu ging es am Abend noch einmal ins Detail, als Cornelia Rundt die Konzepte zur Inklusion in Niedersachsen erläuterte. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sei eines der wichtigsten Vorhaben. Wichtig sei ihr dabei, dass die Umsetzung in einem partizipativen Prozess geschehe, also unter Beteiligung von Menschen mit Behinderung. Sie nannte Themen wie Barrierefreiheit, Teilhabe am Arbeitsleben oder den Bereich Wohnen – ich bin da ganz bei ihr, dies sind nur einige der Aufgaben für uns.

Nach dem Vortrag stellten wir uns den Fragen des Publikums, das mit großer Sachkompetenz nachhakte. Ich bin Cornelia sehr dankbar für ihren Besuch, der wieder einmal ihre große Kompetenz unter Beweis stelle. Diese Meinung wurde übrigens mit viel Applaus bestätigt. Bereits im November wird sie wieder im Landkreis Helmstedt erwartet – diesmal zur Jubiläumsfeier der Lebenshilfe.

Die 5. Helmstedter Gespräche – mit Cornelia Rundt

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